Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich hier ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

World Usability Day 2008 in Düsseldorf

23.11.2008
World Usability Day 2008 in Düseldorf

Zusammen mit der Kollegin in der virtuellen Bürogemeinschaft Nadine Oberstein habe ich am 13.11. im Rahmen des World Usability Days die Veranstaltungen in der FH Düsseldorf besucht.
Ich versuche mal die einzelnen Veranstaltungen zusammen zu fassen.

Prof. Dr. Markus Dahm, FH Düsseldorf Usability und/oder Security? Einfache oder sichere Software?
Professor Dahm hielt eine kurze Begrüßung und startete dann in seinen Vortrag zur Verbindung der Themen "Security" und "Usability". Beziehungsweise eher dazu, wie schwer es ist, diese beiden Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Nur als eines der schönen Beispiele: WLAN-Einrichtung. Die von den meisten Herstellern beworbene Aufstellen-Anschließen-Fertig-Einrichtung hat zwar eine hohe Usability, ist aber eher das unsicherste, was man so mit einem WLAN-Router machen kann.

 

Bernhard Welzel, Innocasto Webtechnologie: Informationswüste Produktkatalog - Verloren im Onlineshop
Bernhard Welzel nahm im nächsten Vortrag Online-Shops etwas näher unter die Lupe. Man kann zwar inzwischen davon ausgehen, dass fast alle Shops dem Besucher diverse Möglichkeiten anbieten, umfangreiche Ergebnislisten mit allen möglichen Features und/oder technischen Details zu generieren - wenn man aber noch nicht weiß, was man sucht, sind diese Ergebnislisten für den User eher uninteressant. Der Vortrag kippte dann recht schnell in eine Diskussion darüber, was man für Kriterien bräuchte und ob solche - oft doch recht persönliche Bewertungskriterien im Web überhaupt möglich sind.

 

Nicolai Schwarz, textformer mediendesign: Usability durch Text - Auch auf den Inhalt kommt es an
Nikolai Schwarz sprach über die Wichtigkeit von guten Texten um die Verständlichkeit zum Beispiel von Web-Seiten und damit auch ihre Usability zu erhöhen. Er zeigt einige Beispiele gelungener und weniger gelungener Texte. Leider fand ich die Beispiele nicht immer gut ausgewählt und der Vortrag glitt nach meinem Geschmack zu sehr in ein reines Bashing der gezeigten Beispiele ab. Das ist natürlich verführerisch aber nicht sehr produktiv.

 

Maren Mäuselein, User Interface Design GmbH: Busse mit der Lupe suchen - Innovative Visualisierungs- und Interaktionskonzepte für Verkehrsbetriebe
Maren Mäuseleins arbeitet an einer Benutzeroberfläche um in Verkehrsbetrieben die Abläufe auf verschiedenen Busstrecken zu visualisieren und den Anwendern Eingriffsmöglichkeiten zu bieten. Sie berichtete von der Entwicklung einer neuen Oberfläche und von verschiedenen Planungs-und Testläufen die im Rahmen dieser Neuentwicklung durchlaufen wurden. Der Vortrag bot interessante Einblicke in die Entwicklung einer GUI und vor allem aber in das Zusammenspiel zwischen Entwicklungs- und Testphasen.

 

Thomas Geis, ProContext GmbH: Eierkocher-Usability - Alltagsprodukte gebrauchstauglich gestalten
Thomas Geis nährte sich dem Thema Usability am Beispiel eines alltäglichen Gegenstandes: des Eierkochers. An diesem scheinbar simplen Beispiel zeigte er vor allem wie weit in Usabilitytests die Vorstellungen der User im Interview im Gegensatz zur Gebrauchssituation auseinander gehen: User im Interview wünschen sich zum Beispiel bestimmte Form oder Farben, die Analyse der Alltagssituation zeigt jedoch, dass es wesentlich wichtiger wäre, einen Eierkocher zu entwickeln, der wirklich vorhersehbar gleich weiche oder harte Eier kochen kann - und am besten noch verschiedene Härtegrade für die verschiedenen Mitglieder der Familie schafft.

 

Martina Joisten, phaydon | research+consulting GmbH & Co. KG: Multimedia in der mobilen Kommunikation - Testmethoden und Besonderheiten
Martina Joisten berichtete über verschiedene Testmethoden im Zusammenhang mit Messaging- und VOIP-Programmen sowohl im stationären als auch mobilen Einsatz. Auch hier entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Nutzung von verschiedenen Tools auch und gerade unterwegs.

 

Jan Eric Hellbusch, 2bweb.de: Barrierefreiheit - Usability ohne Maus und ohne Bildschirm
Jan Eric, durch dessen Einladung ich überhaupt von der Veranstaltung erfahren hatte, bot in seinem Vortrag einen grundlegenden Einstieg in das Thema bei ihrer Freiheit im Web. da ich mich mit dem Thema schon länger immer wieder befasse und auch mit jan - der ja hier nur einen Einstieg bot zusamengearbeitet habe hab eich hier nichts neues lernen können. Trotzdem ist es natürlich immer wieder gut, Dinge noch einmal – oder noch einmal neu formuliert – zu hören. Und da es auch einfach Spaß macht, Jan zuzuhören, lohnte auch der letzte Teil des Tages sehr.

 

Fazit:
Ein sehr lohnenswerter Nachmittag. Die Veranstaltung fand statt in der FH Düsseldorf und neben der Erfahrung, dass mich eine typische Schul- oder Uni-Atmosphäre immer noch nervös macht habe ich höchsten Respekt vor den Design-Studenten entwickelt, die in derartig trister Kulisse kreativ arbeiten sollen. Außerdem hatte ich sehr viel Spaß vor allem an der Art und Weise mit der die beiden Professoren ihre Vorträge hielten. Das macht garantiert einen teil der hässlichen Umgebung wieder wett.

 

Ergänzung:

Von den Veranstaltungen in Stuttgart und Berlin gibt es bei YouTube Videos zu sehen.

Stuttgart:

 

Berlin:

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