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Von 2006 - 2011 habe ich hier ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
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Ich schicke Ihnen das dann in 72dpi

26.01.2007
Grafiker, vor allem Print-Grafiker, mit denen ich zusammenarbeite machen sich wenn sie mir Grafiken schicken gerne die Mühe, alle Grafiken, Bilder, Fotos auf die Auflösung von 72dpi herunterzurechnen, wenn sie sie mir schicken.
Und auch sonst stößt man im Gespräch gerne einmal auf die Behauptung, dass im Internet Grafiken ja nur mit 72dpi vorlägen.

Leider nehmen mir so kleingerechnete Bilder jede Möglichkeit, auch nur noch die kleinste Korrektur vorzunehmen. Und da - entgegen einem sehr verbreiteten Aberglauben - im Internet gar nicht nur Bilder mit 72dpi benutzt werden können, sondern die Auflösung völlig egal ist habe ich in einem Forum bereits einen längeren Artikel dazu geschrieben.
Und weil in der täglichen Arbeit immer wieder 72dpi-Bilder bei mir ankommen, veröffentliche ich den Artikel jetzt hier noch einmal:

Oft hört man die Aussage, dass man Bilder für die Anzeige am Bildschirm / im Internet mit 72dpi abspeichern könne, um so die Dateigröße klein zu halten.

Hier werden verschiedene Maße in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben.

Wenn ein Bild z.B. die Pixelmaße 800×600 Pixel hat, dann ist es völlig egal, wieviel dpi es hat. Es wird auf dem Bildschirm (in einem Bildanzeigeprogramm oder im Browser*) immer mit 800×600 Pixel angezeigt werden - denn etwas anders als Pixel “kennt” ein Monitor als Größeneinheit nicht.

Ich habe mal ein Foto von mir genommen und in die Größe 800*600 verkleinert.
Dann habe ich es einmal mit 300dpi (aber immer noch 800*600) und einmal mit 3dpi (und 800*600) gespeichert.

Hier sind sie:
www.netz-coaching.de/upload/800×600-300dpi.jpg
www.netz-coaching.de/upload/800×600-3dpi.jpg

Im Browser sind sie gleich groß - der Browser zeigt Pixel an und davon bekommt er 800 in der Breite und 600 in der Höhe. Alles andere ist dem Bildschirm egal, alles andere kann er nicht.
Auch die Dateigröße ist identisch - es sind ja auch exakt gleich viele Pixel (ich habe auch beide jpgs mit der gleichen Kompression gespeichert).

*) Wenn man diese Bilder speichert und in einem Programm, dass mit dpi-Angaben umgehen kann anzeigt und ausdrucken will (Word kann es nicht, gibt sich aber Mühe; Corel, Quark, Photoshop, InDesign, RagTime PSP, … können es) sieht man erst einen Unterschied.
Der kommt aber daher, dass diese Programm berechnen, wie groß das Bild sein wird, wenn man es ausdruckt - d.h., die Programme ändern bereits etwas an der Darstellung.
Browser oder Viewer tun das nicht.

Auch wenn man sich (unter Windows) die Dateieigenschaften anzeigen läßt und sich die erweiterten Dateininfos zeigen läßt sieht man dort die horizontale und vertikale Auflösung aufgeführt.

Aber es ist eben eine Meta-Information - für den Druck sicher eine der wichtigsten, aber keine, die am Bildschirm angezeigt wird.

Weitere Infos gibt es - natürlich - in der Wikipedia und bei Gerrit van Aaken.

» Wikipedia
» Der 72dpi-Mythos von Gerrit van Aaken

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