Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Benimm Dich wie ein Twitterati.

Sehr schön zum letzten Artikel »Benimm Dich wie ein Blogger« passend macht im Moment eine Grafik ihre Runde durch die Blogs, die die 5 Stadien des Twitterns beschreibt:

5 Stages of Twitter-Acceptance

Ergänzend dazu sehe ich diejenigen, die meinen, sich aus irgendeinem Grund einen Twitter-Account zulegen zu müssen und dann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Stufe 1b hängen bleiben: Anwesenheit trotz Abwehr.

Gründe für so einen empfundene Anwesenheitspflicht können da vom ganz banalen Gruppendruck (»Alle meine Freunde sind da«) bis hin zu handfesten wirtschaftlichen Interessen (»Meine PR-Agentur sagt, Twitter ist ein ganz heißes Ding« oder wahlweise:  »Obama hat doch auch getwittert?«) reichen.

Dass sich gerade ein Kommunikations-Medium wie Twitter nur schwer angemessen - und damit mit einem nachhaltigen Nutzen -  füllen kann, wenn man es nicht schafft, die Skepsis hinter sich zu lassen und es einfach zu TUN, liegt auf der Hand.

Bild aus dem Influential Marketing Blog und via bluelectric.

Benimm Dich wie ein Blogger.

Oft komme ich mit Menschen ins Gespräch, die von den "neuen Möglichkeiten" im Internet gehört haben. Menschen die irgendwo gelesen haben, dass all die Phänomene, die ich jetzt einmal bequemerweise unter dem Begriff "Web 2.0" zusammenfasse eine idelae Möglichkeit sind, um Unternehmensnews und Pressemitteilungen zu platzieren und um dazu noch quasi wie von selbst Erfolg in den Suchmaschinen zu haben. Sie sind interessiert an Weblogs und am Microblogging und beobachten staunend, wie sich Menschen in social Networks einfinden.

Im weiteren Verlauf solcher Gespräche stoße ich allerdings oft auf eine tiefe Skepsis: Denn wenn man sich näher zum Beispiel mit Blogs beschäftigt, stößt man natürlich auf langweilige Tagebücher und Katzenfilmchen, auf Troll-Kommentar-Schlachten und auf technikverliebtes Metablogging.

Aus einem "klassisch professionellen Blickwinkel" heraus anscheinend kein besonders gutes Umfeld, um sich dort zu präsentieren. Also wird gerne auf die Qualität der Blogs (und das lässt sich auch auf Tweets, Qype-Beiträge, Facebook-Pinwand-Artikel und ähnliches übertragen) geschimpft. Schnell werden die Menschen, die dort schreiben herabgesetzt - und noch mehr die Dinge mit denen sie sich beschäftigen.
Und der eigene Blog-Auftritt soll natürlich ganz anderes sein.

So entsteht dann ein seltsames Spannungsfeld, weil einerseits "die Blogs" benutzt werden wollen und andererseits die gleichen Blogs herabgesetzt und beschimpft werden. Weblogs, die - wenn überhaupt - aus so einer Voraussetzung entstehen sind dann meist uninspiriert und leer und werden schnell wieder eingestellt.

Was passiert hier? Meines Erachtens wird etwas wichtiges übersehen.

Fangen wir doch einmal vorne an: Es gibt seit ein paar Jahren - möglich gemacht durch einfache Software und schnelle Internetzugänge - einen Trend, dass User eigene Inhalte ins Internet beisteuern. Die Menschen schreiben dort über das, was sie bewegt und sie unterhalten sich dort über das was sie bewegt. Egal, ob man das jetzt mag oder nicht, egal, ob dort qualitativ hochwertiger "User-generated Content" entsteht oder nicht - so ist es einfach.

Natürlich ist das ein ganz anderes Umfeld als das vom Werber gesteuerte oder am besten sogar geschaffene Umfeld einer sorgfältig geplanten Kommunikations- und Marken-Kampagne. Aber - rufen wir es uns noch einmal in Erinnerung: Es ist das, was da ist.
Es ist da, es hat seine eigene Sprache und seine eigenen Rituale entwickelt - und es funktioniert in weiten Teilen prächtig.

Und so ist - auch wenn es vielen schwerfällt - die einzige Chance, wenn man an diesen Bogs, an dieser pulsierenden Szene teilhaben möchte: Akzeptieren, dass es so ist.

Es hilft nun einmal nichts, gleichzeitig die vermeintlichen Vorteile nutzen zu wollen aber dabei die eigentliche Substanz abzulehnen.

Oder anders gesagt: Wenn Du ein Blog haben willst, benimm Dich wie ein Blogger.

gute Kommentare - schlechte Kommentare?

Nur ein kurzer Lesetipp: Paul Graham hat verschiedene Typen von Kommentaren - beziehungsweise genauer: verschiedenen Typen von Widerspruch klassifiziert. Und da wir in unserem Kommentaren meist wohl auf Widerspruch stoßen - wer zustimmt schweigt meist - kann so ein Wissen helfen, die Kommentare richtig einzschätzen:

Der offensichtlichste Vorteil darin, Formen des Widerspruchs zu klassifizieren, ist, dass es Menschen dabei hilft, besser zu beurteilen, was sie lesen.

»» Wie man widerspricht (Paul Graham, Übersetzung von Jens Meiert) 

Die Jahresendzeit

Nicht viel los hier im Moment.  Aber das gilt nur für »hier« wie »hier im Blog«, denn: Das Jahresendchaos ist wieder da. Und ich frage mich: Was ist so besonders am diesen letzten Wochen und Tagen des Jahres? Warum müssen alle diese Dingen unbedingt noch vor den Weihnachtstagen erledigt werden?

Also, ich sehe ja ein, dass Weihnachtskarten vor Weihnachten verschickt sein wollen - aber, um einmal ein anderes Beispiel zu nennen, wie viel Sinn macht es, die neue Sekretärin am 20.12. im Umgang mit dem CMS schulen zu lassen?

Danach geht auch die Sekretärin in die Feiertage und beschäftigt sich erst einmal mit Geschenken, Essen und Verwandtenbesucht und wenn sie im neuen Jahr den ersten Artikel online schreiben soll ist alles wieder weg.

Also: Ich schule natürlich auch gerne zweimal - aber die Frage wird doch erlaubt sein, oder?

World Usability Day 2008 in Düsseldorf

World Usability Day 2008 in Düseldorf

Zusammen mit der Kollegin in der virtuellen Bürogemeinschaft Nadine Oberstein habe ich am 13.11. im Rahmen des World Usability Days die Veranstaltungen in der FH Düsseldorf besucht.
Ich versuche mal die einzelnen Veranstaltungen zusammen zu fassen.

Prof. Dr. Markus Dahm, FH Düsseldorf Usability und/oder Security? Einfache oder sichere Software?
Professor Dahm hielt eine kurze Begrüßung und startete dann in seinen Vortrag zur Verbindung der Themen "Security" und "Usability". Beziehungsweise eher dazu, wie schwer es ist, diese beiden Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Nur als eines der schönen Beispiele: WLAN-Einrichtung. Die von den meisten Herstellern beworbene Aufstellen-Anschließen-Fertig-Einrichtung hat zwar eine hohe Usability, ist aber eher das unsicherste, was man so mit einem WLAN-Router machen kann.

 

Bernhard Welzel, Innocasto Webtechnologie: Informationswüste Produktkatalog - Verloren im Onlineshop
Bernhard Welzel nahm im nächsten Vortrag Online-Shops etwas näher unter die Lupe. Man kann zwar inzwischen davon ausgehen, dass fast alle Shops dem Besucher diverse Möglichkeiten anbieten, umfangreiche Ergebnislisten mit allen möglichen Features und/oder technischen Details zu generieren - wenn man aber noch nicht weiß, was man sucht, sind diese Ergebnislisten für den User eher uninteressant. Der Vortrag kippte dann recht schnell in eine Diskussion darüber, was man für Kriterien bräuchte und ob solche - oft doch recht persönliche Bewertungskriterien im Web überhaupt möglich sind.

 

Nicolai Schwarz, textformer mediendesign: Usability durch Text - Auch auf den Inhalt kommt es an
Nikolai Schwarz sprach über die Wichtigkeit von guten Texten um die Verständlichkeit zum Beispiel von Web-Seiten und damit auch ihre Usability zu erhöhen. Er zeigt einige Beispiele gelungener und weniger gelungener Texte. Leider fand ich die Beispiele nicht immer gut ausgewählt und der Vortrag glitt nach meinem Geschmack zu sehr in ein reines Bashing der gezeigten Beispiele ab. Das ist natürlich verführerisch aber nicht sehr produktiv.

 

Maren Mäuselein, User Interface Design GmbH: Busse mit der Lupe suchen - Innovative Visualisierungs- und Interaktionskonzepte für Verkehrsbetriebe
Maren Mäuseleins arbeitet an einer Benutzeroberfläche um in Verkehrsbetrieben die Abläufe auf verschiedenen Busstrecken zu visualisieren und den Anwendern Eingriffsmöglichkeiten zu bieten. Sie berichtete von der Entwicklung einer neuen Oberfläche und von verschiedenen Planungs-und Testläufen die im Rahmen dieser Neuentwicklung durchlaufen wurden. Der Vortrag bot interessante Einblicke in die Entwicklung einer GUI und vor allem aber in das Zusammenspiel zwischen Entwicklungs- und Testphasen.

 

Thomas Geis, ProContext GmbH: Eierkocher-Usability - Alltagsprodukte gebrauchstauglich gestalten
Thomas Geis nährte sich dem Thema Usability am Beispiel eines alltäglichen Gegenstandes: des Eierkochers. An diesem scheinbar simplen Beispiel zeigte er vor allem wie weit in Usabilitytests die Vorstellungen der User im Interview im Gegensatz zur Gebrauchssituation auseinander gehen: User im Interview wünschen sich zum Beispiel bestimmte Form oder Farben, die Analyse der Alltagssituation zeigt jedoch, dass es wesentlich wichtiger wäre, einen Eierkocher zu entwickeln, der wirklich vorhersehbar gleich weiche oder harte Eier kochen kann - und am besten noch verschiedene Härtegrade für die verschiedenen Mitglieder der Familie schafft.

 

Martina Joisten, phaydon | research+consulting GmbH & Co. KG: Multimedia in der mobilen Kommunikation - Testmethoden und Besonderheiten
Martina Joisten berichtete über verschiedene Testmethoden im Zusammenhang mit Messaging- und VOIP-Programmen sowohl im stationären als auch mobilen Einsatz. Auch hier entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Nutzung von verschiedenen Tools auch und gerade unterwegs.

 

Jan Eric Hellbusch, 2bweb.de: Barrierefreiheit - Usability ohne Maus und ohne Bildschirm
Jan Eric, durch dessen Einladung ich überhaupt von der Veranstaltung erfahren hatte, bot in seinem Vortrag einen grundlegenden Einstieg in das Thema bei ihrer Freiheit im Web. da ich mich mit dem Thema schon länger immer wieder befasse und auch mit jan - der ja hier nur einen Einstieg bot zusamengearbeitet habe hab eich hier nichts neues lernen können. Trotzdem ist es natürlich immer wieder gut, Dinge noch einmal – oder noch einmal neu formuliert – zu hören. Und da es auch einfach Spaß macht, Jan zuzuhören, lohnte auch der letzte Teil des Tages sehr.

 

Fazit:
Ein sehr lohnenswerter Nachmittag. Die Veranstaltung fand statt in der FH Düsseldorf und neben der Erfahrung, dass mich eine typische Schul- oder Uni-Atmosphäre immer noch nervös macht habe ich höchsten Respekt vor den Design-Studenten entwickelt, die in derartig trister Kulisse kreativ arbeiten sollen. Außerdem hatte ich sehr viel Spaß vor allem an der Art und Weise mit der die beiden Professoren ihre Vorträge hielten. Das macht garantiert einen teil der hässlichen Umgebung wieder wett.

 

Ergänzung:

Von den Veranstaltungen in Stuttgart und Berlin gibt es bei YouTube Videos zu sehen.

Stuttgart:

 

Berlin:

Pommesschale

Haben Sie einmal versucht auf der Website der deutschen Post herauszufinden, wie breit / hoch / dick und vor allem: wie schwer ein Brief sein darf? Oder eine Postkarte, ein Groß- oder Maxibrief oder was es da alles so gibt?

Die Post hat versucht, ihre Infos rund um die Angebote besonders nah am Alltag der Menschen zu gestalten. Jedenfalls hoffe ich, dass das die Intention hinter den folgenden Beispielen von möglichst ungenauer Informationsübermittlung war:

Was wiegt ein Brief #1

... oder ...

Was wiegt ein Brief #2
 

Mein persönliches Highlight ist aber eindeutig folgende Maßeinheit:

Was wiegt ein Brief #3


So etwas wie Grammzahlen für all die Leute, die eine Briefwaage Ihr Eigen nennen gibt es dort leider nicht.

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