Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Twitter-Strategien deutscher Unternehmen

»Twitter ist in aller Munde«, »Twitter ist völlig überflüssig«, »Twitter hat ja den US-Wahlkampf entschieden«, »Twitter ist ganz unterhaltsam, mehr aber auch nicht«.

Ungefähr zwischen diesen Polen schwanken die Aussagen, die man über Twitter so hört. Ich selbst bin ja bekanntermaßen eher auf der Fan-Seite, twittere auf mehreren Accounts schon seit längerem und bin immer wieder begeistert davon, was dieser »Microbloggingdienst« mit den Menschen macht.

Und so gebe ich den Hinweis, der gerade von Torsten Schwarz in meiner Inbox landete natürlich gerne weiter:

Lufthansa und Google twittern am interessantesten
Gute Inhalte sorgen für eine hohe Reichweite. So lautet eine der Kernaussagen einer aktuellen Studie über den Kurznachrichtendienst Twitter. Über einen Zeitraum von drei Monaten beobachtete das Beratungsunternehmen Absolit die zwanzig aktivsten Unternehmen. „Twitter wird von vielen Unternehmen eingesetzt, um sich durch den direkten Dialog in ein gutes Licht zu setzen" sagt Studienautor Torsten Schwarz. Die Beispiele Lufthansa und Google zeigen jedoch, dass auch ohne den personalintensiven Dialog eine hohe Reichweite aufgebaut werden kann.

In der Studie werden die wichtigsten Kenngrößen ermittelt und verglichen. Am leichtesten messbar ist die Reichweite, da die Zahl der „Follower" (Abonnenten oder Fans) in Twitter direkt angezeigt wird. Hier liegt die Lufthansa mit großem Abstand vorne. Voraussetzung für eine hohe Attraktivität sind jedoch gute Inhalte. Um das zu messen, analysierte Absolit drei Monate lang den Anteil der Nachrichten, die so interessant waren, dass sie von Twitternutzern an ihre Freunde weitergeleitet wurden. Die Attraktivität der Nachrichten ist der wirkungsvollste Hebel, um mehr Follower zu erhalten und damit die eigene Reichweite zu erhöhen.

Mehr lesen und bestellen: »Twitter-Strategien deutscher Unternehmen« Autor: Torsten Schwarz. Dezember 2009, 300 Seiten, 150 Abbildungen, 36 Tabellen

Die schönsten Anfragen per eMail

Es gibt Anfragen per eMail, die sind zu schön, um einfach gelöscht zu werden. Hier entsteht eine Auswahl:

Der Boulevard-Journalist, der vergaß, die eMail zu beenden

ich brauche hilfe im bearbeitung von Bildern, so wie anderes Gesicht in neues Körper machen...Können Sie so was machen? wenn ja dann was wird es kosten 

Wie wärs mit Flash?

Guten Tag,

können Sie mir sagen, wie man Flash Dateien bearbeitet? Habe die Homepage einer Musikgruppe übernommen, die auch Flash Dateien beinhaltet. Leider habe ich bisher damit noch nicht gearbeitet. Auf der Seite ist ein roter Stern der aktuelle Sachen beinhaltet, die immer aktualisiert werden müssen, aber wie. Können Sie mir weiterhelfen?

Mit freundlichem Gruß

Ausrufezeichen sind eine wichtige Sache!

Hy!

Ich habe ihre Seite durch Google gefunden!
Ich bin gerade dabei ein Logo für eine Firma zu erstellen!
Ich arbeite zur Zeit mit dem Programm Microsoft Photo 2006!
Dabei kann ich aber den Hintergrund nicht transparent halten.
Welches Grafikprogramm empfehlen sie mir zum erstellen von Grafiken?!

LG

Und dann war da noch der Anruf...

Sie sind doch Designer, steht auf Ihrer Website? Dann sagen Sie mir doch mal, wie man in Photoshop Text undeutlich macht.

Social Media ROI

Jetzt auch bei twitter

TwitterÜber twitter habe ich ja schon öfter an dieser Stelle geschrieben - da war es eigentlich längst überfällig, dass sich auch hier ein passender twitter-Account zum Blog dazu gesellte.

Ab sofort finden Sie also ergänzend zum Blog unter der Adresse www.twitter.com/cfischercom unregelmäßig aktuelles in 140 Zeichen. Zu Beginn werde ich quasi am lebenden Objekt kommentieren, wie man bei twitter am besten anfängt - später wird sich sicherlich dann auch dort das normale Twittern einstellen.

Interview mit noch einem „digital native“

Anja Assion hat auf telemedicus einer 14jährigen Gymnasiastin Fragen gestellt.

Felix hat sich gedacht, die Fragen kann man sich auch selbst beantworten, schliesslich kennt er sich mit dem Internet-gedöns auch ein bisschen aus. Sven auch und ich übernehme die Fragen jetzt auch einfach mal.

 

Christian, deine Generation wird als „Digital Natives" bezeichnet. Sagt dir dieser Begriff etwas?

Ich finde das einen ganz hübschen Begriff dafür, dass es Menschen gibt, die mit Computern und der Digitalisierung unseres Alltags so aufgewachsen sind, dass sie nichts anderes mehr kennen.
Das macht sich natürlich einerseits sehr greifbar an der Hardware fest, die eine Generation kennt (LP -> CD -> Software-Ersatz, keine Telefone mit Wählscheibe oder Kabel) aber meiner Meinung nach auch an vielen weit weniger greifbaren Unterschieden wie z.B. dem Wissen, dass man »alles« mal eben nachschlagen kann oder dass es wertvoll sein könnte, nicht immer erreichbar zu sei - wo die Generation vorher ja noch Gegenteil gearbeitet hat.

Du bist 37 Jahre alt und hast natürlich auch einen eigenen Computer. Seit wann besitzt du ihn und musst nicht mehr den Familien-PC benutzen?

Ich bin - verglichen mit den beiden anderen, die die Fragen hier auch beantwortet haben - ein ziemlicher Late-Adaptor. Ich hatte zwar irgendwann mal einen VC-20 geerbt, aber der war sofort kaputt.
Bei einem Freund habe ich an einem 1024er Atari nutznießen dürfen, aber der erste Familien-PC war ein 386er im Büro meines Vaters, an dem ich meine Hausarbeiten schreiben durfte.
Dann gab es verschiedene Rechner bei Freunden, die mir Rechen- und Online-Zeit zur Verfügung stellten und mein erster eigener Rechner war dann 1997 ein Pentium I.

Wo bewegst du dich denn im Internet? Hast du eine eigene Homepage bzw. einen Blog?

Nur eine? Ich habe seit ein paar Jahren dieses Blog hier, seit ein paar Jahren mehr noch ein privates, hatte davor die klassische private Homepage und habe an allen möglichen Ecken und Enden immer wieder ins Internet geschrieben - das steht größtenteils ausführlich hier.
Ich lese auch eine Menge Blogs und den ganzen jeweils aktuellen Kram meiner social-Web-Bekannten, außerdem bewege ich mich da, wo es mich hintreibt - entweder suche ich etwas und Google treibt mich oder ich folge Links im twitter- oder facebook-Stream. Früher habe ich unendlich viel Zeit bei wer-weiss-was verbracht, aber die Foren-Zeit ist irgendwie vorbei.

Und wie schaut bei dir ein normaler Tag - in Bezug auf das Internet - aus? Kannst du deinen Tagesablauf beschreiben, also wie oft du am Tag E-Mails, Facebook- oder Twitter-Mitteilungen checkst?

Morgens lese ich als erstes meist meinen FeedReader wieder leer. Manchmal noch im Bett, manchmal am Tisch mit Kaffee und der Liebsten gegenüber. Was interessant genug ist, um es zu behalten und/oder zu teilen wird in die entsprechenden delicious-Tags sortiert und von da aus dann irgendwann in verschiedene Twitter-Accounts und/oder die Linklisten verschiedener Websites gepostet.
Vor ein paar Jahren habe ich eine recht strikte Trennung zwischen privater und beruflicher eMail-Adresse eingeführt, die privaten Mails frage ich gleichzeitig mit den Feeds ab.
Wenn ich dann ins Büro hoch gehe, kommt auch die andere Adresse dran, außerdem blogge ich dann meist noch was.
Für die twitter-Accounts nutze ich ein Programm, das fragt Twitter eigentlich dauernd nach Updates in der Timeline ab. Bei facebook lese ich meist abends erst rein - für die privaten Statusmeldungen reicht das dicke und der für den Job wichtige Kram landet eh auch via twitter hier. Die Menschen, mit denen ich so vernetzt bin, haben das auch alle automatisiert, dass alles was sie sagen überall landet.
eMails fragt mein Outlook nur noch alle halbe Stunde ab.

Welche Rolle spielt das Internet auf der Arbeit? Habt ihr auf der Arbeit Computer mit Internetzugang und lernt ihr gezielt mit dem Internet zu arbeiten, also beispielsweise darin zu recherchieren? Und werdet/wurdet ihr auf der Arbeit von euren Vorgesetzten darüber aufgeklärt, was ihr im Internet dürft und was nicht?

Da ich a) im und am Web arbeite und b) mein eigener Vorgesetzter bin ist die Frage für mich irrelevant.

Einige Gerichte haben entschieden, dass Eltern haften und Schadensersatz bezahlen müssen, wenn ihre Kinder im Internet das Recht verletzen. Denn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können in vielen Fällen noch nicht belangt werden. Beaufsichtigst du deine Kinder, wenn sie im Internet sind? Und hast du deine Kinder über „richtiges Verhalten" im Internet geredet?

Eigene Kinder habe ich nicht, aber ich habe eine Nichte, die gelegentlich mit mir darüber spricht. Ebenso die Nichtenmutter. Die Nichte hat das alles aber ziemlich im Griff, auch ohne, dass ich da mit Onkelratschlägen komme.

Was verstehst du persönlich - unabhängig von der Meinung deiner Kollegen, Freunde oder anderen - unter „richtigem Verhalten" im Netz?

Da gilt erst einmal die gute alte Foren-Netikette-Regel: Vergiss nie, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt.
Ich habe die für mich noch ergänzt: Ich weiß, dass einige von den Menschen, die da sitzen da gar nicht sitzen sollten, weil sie mit all dem gar nichts anfangen können. Ob sich das jetzt dahingehend äußert, dass sie unbedingt das ganze Web ausdrucken und nach vermeintlichen oder realen Rechtsverstößen durchsuchen wollen oder ob sie beginnen, mir Heiratsanträge zu machen, weil ich so lustig blogge ist da fast egal.

Beziehst du Musik und Filme aus dem Internet? Kostet das Herunterladen dann etwas und machst du das auch schonmal illegal?

Gelegentlich kaufe ich Songs oder Alben, die mir nicht so wichtig sind bei iTunes. Alben, die mir wichtig sind, kaufe ich bei amazon als CD.
Und weil ich mir das Theater ersparen will, dass unser Dorfpolizist daran verzweifelt, welchen meiner 5 Computer er denn jetzt beschlagnamen soll habe ich das MP3-Saugen schon vor vielen vielen Jahren aufgegeben. Ich finde das iTunes-Modell schon recht ok und als ehemalig aktiver Musiker zahle ich auch ganz gerne für Musik.

Hast du eine Vorstellung warum das Kopieren von Musik und Filmen im Internet in vielen Fällen nicht erlaubt ist? Findest du es richtig, dass das Hoch- und Herunterladen in den meisten Fällen nicht erlaubt ist?

Klar habe ich da eine Vorstellung. Die ist allerdings - auch wenn ich gerade gesagt habe, dass ich gerne für Musik zahle - sehr differenziert, fängt irgendwo beim Urheberrecht an, streift die Plattenfirmen und hört bei Lobby-Arbeit und ahnungslosen Politikern noch lange nicht auf und passt deswegen hier kaum hin. Wer länger liest, was ich schreibe oder twittere, der wird ungefähr wissen, was ich da denke.

Sollte man deiner Meinung nach alles, was im Internet verfügbar ist, auch frei nutzen dürfen? Oder kannst du auch die Urheber verstehen, die das nicht möchten?

Ich verstehe jeden Urheber. Verständnisprobleme bekomme ich bei geldvernichtenden Verwertern jeder Art, die unter dem Deckmäntelchen des Schutzes der Urheber jede Form der Anpassung verweigern.

Du hast erzählt, dass du ein Profil bei Facebook hast. Wie stellst du dich dort selber dar? Wer darf sich alles dein Profil anschauen?

»Meine Netzwerke und meine Freunde« dürfen sehen, wie ich mich dort darstelle. Wie das ist? Nun, in den letzten 10 Jahren hat sich so etwas wie eine öffentliche Person entwickelt, und die ist dort zu sehen. So, wie in meinen Blogs und bei twitter auch.
Und so wie die Amerikaner offen über den Verdienst eines Menschen reden und wir hier nicht, so wie der eine empfiehlt, nie in der Öffentlichkeit über Politik/Religion/Krankheit/Tod zu reden und der andere nicht wird es wohl für jeden etwas geben, was ich von mir schreibe und was dem einen oder anderen zu privat ist. Ich denke, ich habe meine öffentliche Persönlichkeit ganz gut im Griff und gut getrennt von dem, was ich nur echten und nicht den facebook-Freunden erzählen würde.

Hast du das Gefühl, dass du dich zu anderen im Internet anders verhältst, vielleicht offener und direkter, als wenn sie in natura vor dir stehen?

Anders ja. Das liegt am Medium, ich verhalte mich am Telefon auch anders, als face to face. Nicken statt »Ja«-sagen z.B. funktioniert im Web zum Beispiel erstaunlich schlecht. Aber Spaß beiseite: ja, das Web hat bestimmt andere Regeln und manches geht direkter und manches geht schlechter als wenn man andere Medien benutzt.

Ein bekannter Wissenschaftler hat einmal gesagt: „Das Internet vergisst nie." Was meinst du, hat er damit gemeint?

Na,  dass man von nichts, was man einmal hineingestellt hat sicher sein kann, dass man es je 100%ig wieder unter Kontrolle oder sogar heraus bekommt. Computer sind Kopiermaschinen und so entstehen jeden Tag 1000e Kopien von den Dingen, die ich dort hineinstelle. Und was weiß ich, was die Menschen damit tun?
Aber: Was heißt denn bitte »ein bekannter Wissenschaftler«? das war ich. Dummerweise ist die Seite offline, und auch nicht mehr zu finden wo ich das gesagt hat.
Naja. Q.E.D.

Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass dein Arbeitgeber dich dann vielleicht vor dem Bewerbungsgespräch googelt und dabei peinliche Fotos von dir findet?

Ich selbst stelle keine peinlichen Fotos von mir ins Web. Und selbst wenn erwarte ich von einem Personalchef, dass er Privat- und Berufsleben unterscheiden kann. Keinen Personalchef der Welt geht es etwas an, ob ich meiner Ferien im Delirium unter einem Tisch am Ballermann oder im Swingerclub von Castrop-Rauxel (um mal ein paar plakative Beispiele zu nehmen) verbringe - solange ich Montags Morgens wieder nüchtern und ohne roten Gummiball im Mund wieder im Büro bin.

Die „Generation Internet", der du ja angehörst, unterscheidet sich auch deshalb von früheren Generationen, weil es für sie ganz normal ist, Kontakte übers Internet zu knüpfen. Wahrscheinlich hast du auch schon Leute übers Internet kennengelernt. Wie kam es zu den Kontakten und habt ihr euch auch in der „realen Welt" schon einmal getroffen?

Naja, wir haben uns immer mehr unterhalten - mal per Kommentarfunktion, per Chat oder Skype - und wollten uns dann mal treffen.
Oder wir trafen uns bei Blogger-Stammtischen oder ähnlichem. So kam das dazu.
Ein paar Mal habe ich auch in den Twitter-Stream hineingefragt, ob jemand in XY, wo ich gerade hinfuhr Lust auf einen Kaffee hätte und habe dann jeweils angenehme Menschen kennen gelernt.

Hattest du vor Bloggertreffen Angst, dass sich in Wirklichkeit ganz andere Personen hinter den Bloggern verbergen als du erwartet hast?

Nop. ich hab mich noch nie getäuscht, die Menschen waren immer so, wie ich sie auch aus dem Web kannte. Nur vor meinem allersten Frühstück bei einem Blogger-Pärchen war ich etwas nervös.

Du bist erstaunlich gut über Problemfelder im Internet und Verhaltensregeln informiert. Woher hast du dein Wissen, wenn du es nicht in der Schule oder von deinen Eltern gelernt hast?

Da ich zwar am PC ein late-, im Web aber wohl eher ein recht-early-Adaptor bin habe ich das einfach über die Jahre so erlebt und wohl auch teilweise mitgestaltet.

Christian, herzlichen Dank für das Gespräch!

Aber gerne doch.

Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert

Ich kopiere jetzt hier einen kompletten Blog-Beitrag von Nico Lumma. Weil es sich einfach lohnt.

Die Slides bitte unbedingt angucken und parallel dazu dem Video Aufmerksamkeit schenken:

Lpr Forum Medienzukunft

 

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