Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Kleine Brötchen

Es ist schon viel darüber geschrieben worden: Die jüngsten Abmahnungen rund um einige Brötchenbilder und daran anschließend die Diskussion in diversen Blogs, die - wenn ich das alles richtig verstanden habe - erneute Abmahnungen nach sich zogen.
Wer einen Einstieg sucht, dem sei die Google-Blogsuche oder der Artikel Dumm gelaufen: massig gute PR verpasst! empfohlen.

Man könnte an dieser Stelle wieder einmal darauf eingehen, dass alle beteiligten anders mit der Sache hätten umgehen können.
Dass man natürlich als Blogger geltende Urheberrechte beachten muss.
Dass ebenso natuerlich der Abmahn-Holzhammer zu einer nicht zu kontrollierenden Welle von negativer PR führt.

Aber das fühlt sich alles so gebetsmühlenartig an - haben wir das nicht schon alle gewusst?
Anscheinend nicht - und das passt eigentlich gut zu meinem letzten Beitrag Es gibt drei Internet der ja gerade ein paar Tage alt ist.
Das von mir der Einfachheit halber einmal so genante »Internet 3« - mit seinen kurzen Kommunikationswegen und viralen Effekten, aber auch mit seinen kaum zu kontrollierenden Effekten, wenn erst einmal eine Welle in Bewegung geraten ist - das ist doch wohl doch noch der unbekannteste Teil.

Ich schließe daraus also wieder, dass meine Aufgabe immer mehr ist, das Internet zu erklären. Aber wie gesagt: ich mach das ja gerne :-)

» Google-Blogsuche
» Dumm gelaufen: massig gute PR verpasst!

Web 1, Web 2, und Web 3

Es gibt drei Internet.
Ok, der Satz funktioniert grammatikalisch nicht, aber davon abgesehen fürchte ich, es stimmt.

Internet 1: Das Internet im Blick der klassischen Medien.

Und was liest man, wenn in Zeitung, Radio und Fernsehen das Internet auftaucht? (Kinder-)Pornographie, Terroristen, undurchsichtige Chaträume, in denen sich Kannibalen treffen, Betrug auf irgendwelchen Auktionsplattformen, Viren, Trojaner, Spam.
Die Möglichkeiten, die das Internet uns allen gegeben hat werden auf den Technikseiten der Wochenendbeilagen oder in den Pseudo-Wissenschaftsendungen nachts um elf abgehandelt - zur Prime Time finden nur die dunklen Seiten statt.

Internet 2: Fun, Fun, Fun. We love to entertain you.

Gerade die Fernsehsender stellen uns ein zweites Internet vor. Da gibt es sportliche Yetis, Wallpaper oder eCards mit den Moderatoren der nachmittäglichen Boulevardsendungen, Gästebücher, in denen Karl-Heinz die Oma grüßt und Tokyo Hotel bejubelt wird und manchmal auch 10 Zeilen »Hintergrundinfos« zur laufenden Sendung. Alles wird auf möglichst viele Seiten verteilt, damit viel geklickt und viel Werbung eingeblendet werden kann. Denn ohne Werbung lohnt das ganze ja eh nicht.

Internet 3: Mein Internet. Bin ich ein Nerd?

In meinem Internet finden die beiden erstgenannten nicht statt. Nach zwielichtigen oder kriminellen Inhalten zu suchen interessiert mich ebenso wenig wie lustige Spielchen und kleine Infotainment-Häppchen. Ich arbeite mit dem Internet. Es ist meine wichtigste Informationsquelle und mein wichtigstes Kommunikationsmedium.
Ich chatte nicht, um Liebesbotschaften auszutauschen, sondern um an einem Projekt zu arbeiten.
Ich lade meine Fotos ins Internet, damit die Urlaubsbgleitung sie sehen oder Abzüge bestellen kann.
Ich habe meine Bookmarks online, weil ich weiß, dass sie anderen Menschen nützen - und ihre Bookmarks mir.
Ich schreibe dieses Blog, weil ich kommunizieren möchte.

Und dann? Die Firmen-Homepage

Früher war die Firmen-»Homepage« eine Power-Point-Präsentation, die online zu sehen war. Dann wurde es komplizierter.
Denn oft wird es erst dann richtig interessant, wenn ich beim Kunden sitze und die Versionen eins bis drei irgendwie übereinandergelegt werden sollen. Gerne eröffne ich meine Gespräche mit der Frage »Was wollen Sie denn im Internet?«
Denn neben den ganzen Bildern, die so in den Köpfen der Menschen sitzen und neben der Präsentation, gibt es ja eine Menge mehr.

Aber ich zeige das gerne.

Dateiaustausch einfach gemacht

Vor einigen Jahren habe ich in einem anderen Weblog den folgenden Text geschrieben - er ist immer noch aktuell und verdient so eine Neuveröffentlichung:

Datenaustausch einfacher gemacht.

  1. Medien:
    • Disketten sind empfindlicher als man gerne so glaubt. Wenn man sie knickt, lose in der Tasche tranportiert, in der Nähe von Lautsprechern oder lange in der Sonne transportiert, gehen gerne mal die Daten verloren.
    • Disketten kann man mit Klebeetiketten versehen und beschriften. Aus gerade schon beschriebenen Gründen sollte man das tun, bevor man das Etikett auf die Diskette klebt, sonst verletzt man leicht die Magnetschicht und damit die Daten
      . Auf so ein Etikett gehört eine sinnvolle Beschriftung: Name des Absenders und / oder des Projektes und das Datum machen Sinn und allen das Leben leichter.
    • Für CDs gilt grundsätzlich ähnliches. Bei der Beschriftung sollte man einen dafür vorgesehenen Stift und nicht einen beliebigen Folienstift nehmen - die darin enthaltenen Lösungsmittel greifen auf Dauer die CD an.
      Auch auf CDs und CD-Hüllen sind Name / Projekt und Datum für alle hilfreich; wer die doppelte Arbeit scheut, beschriftet die CD und nicht die Hülle - die beiden werden zu gerne einmal getrennt.
    • CDs, die ohne Hülle losgeschickt werden, kommen fast garantiert ohne lesbare Daten an.
    • Beim Brennen sollte man auf ein Format achten, dass mit jedem Betriebssystem gelesen werden kann - man kann ja nicht wissen, ob auf der Empfängerseite ein MAC, ein Windows- oder ein Linux-PC steht. Ausserdem sollte man CDs abschliessen - nicht jeder hat einen passenden CD-Brenner auf seinem Computer installiert, der derartige begonnene Sessions sichtbar machen kann.
    • Beim Versand per e-Mail gebietet es die Höflichkeit, größere Datenmengen vorher anzukündigen. Nicht jeder ruft seine e-Mails mit viel Zeit und einem DSL-Anschluss im Büro ab, und wer einmal mit dem Handy unterwegs einen 15 MB - Anhang heruntergeladen hat weiss warum
      . In die e-Mail gehört ein kleiner Text, der den Anhang erläutert. Nicht in ein angehängtes Dokument, sondern in die e-Mail. Erstens ist es höflicher, zweitens werden auf vielen Servern leere e-Mails mit Anhang als Spam markiert oder gleich gelöscht.
    • Andere Medien sollte man - wenn nicht anders abgesprochen - vermeiden. Nicht jeder hat ein ZIP-Laufwerk und nicht jeder hat Lust, sich noch und noch und noch einen Treiber für den nächsten USB-Stick zu installieren.
  2. Dateinamen:
    • Auch Dateinamen kann man wunderbar dazu benutzen, Informationen zu transportieren. Alle gängigen Betriebssyteme können mit langen Dateinamen umgehen, in Zeiten des Internets sollt mn allerdings auf Sonderzeichen und Umlaute verzichten - da kann es noch Probleme geben.
      Während eines laufenden Projektes ist es für alle sehr schick, wenn man ein einheitliches Benennungsschema benutzt. Bewährt hat sich so etwas wie datum_projekt_zweck.end. Oder ähnlich. Dann wissen immer alle, wovon sie gerade sprechen, wenn Dateien oft hin und her gehen.
  3. Dateiformate:
    • Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Zum Dateiaustausch benutzt man Dateiformate, die system- und plattformübergreifend lesbar sind. Nicht jeder hat selbstverständlich alle Programme installiert und beim Import von Fremdformaten treten oft dann doch Fehler auf.
      Geeignete Austauschformate sind …
      … für Textdokumente: txt, rtf, pdf
      … für Grafiken: tif, jpg (beide ohne Kompression)
      … für Tabellen: csv
    • Alles andere sollte nur nach Absprache verschickt werden, da man nicht davon ausgehen kann, dass beim Öffnen noch genau das erscheint, was man losgeschickt hat.
    • Pikantes Detail: Gerade das beliebte MS-Word verbirgt hinter dem Text den man sieht oft noch mehr: gelöschte Teile, eventuelle Kommentare und die Namen aller, die das Dokument zwischendurch bearbeitet haben kann man oft wieder sichtbar machen.
  4. Anmerkungen
    • Wer Anmerkungen zu den übermittelten Daten liefern möchte, tut dies am besten in einer kleinen zusätzlichen Datei, die mit auf der CD / Diskette zu finden ist. Bewährt hat sich hier eine unformatierte Text-Datei im Plain/Simple-Text-Format mit dem Namen liesmich.txt.
  5. Beim Versand per e-Mail:
    • Wenn man beim Versand auswählen kann, ob ein Bild / ein Text eingefügt oder angehängt werden kann: Die richtige Wahl ist "anhängen".
    • Wenn man Outlook in irgendeiner Version benutzen muss, sollte man dringend das Standard-e-mail-Format von "RTF" auf "nur Text" ändern. Sonst hängt Outlook eine Datei namens "winmail.dat" an, in der sich der eigentliche Anhang versteckt und den man nur mit Outlook wieder öffnen kann. Und das hat nicht jeder.
    • Beim Versand mehrerer grosser Dateien kann es die Nerven aller schonen, wenn man auch mehrere e-Mails schickt.
  6. Grundsätzliches:
    • Auch das sollte selbstverständlich sein: Verschicke niemals die Originaldateien. Einer Diskette / einer CD und auch einer e-Mail kann auf dem Weg zuviel passieren.
      Wenn man sich nicht sicher ist: nachfragen ist immer die richtige Wahl. Zu viel Absprache kann es fast gar nicht geben.

Und zu guter Letzt ein schönes Zitat: "Verschicke die Daten immer so, wie Du sie selber bekommen möchtest" Und da bleibt nichts hinzuzufügen.

TOFU - leider mehr als Fleischersatz

Bei Biggi Mestmäcker im TXT-JobBlog habe ich einen Link zu diesem Text über das richtige Verfassen einer eMail - und was man dabei so alles falsch machen kann.
Denn das ist eine Menge:

Die Verantwortung für die Wahrnehmung dessen, was man geschrieben hat, wird nicht mehr übernommen. Beim traditionellen Brief war das unvorstellbar; beim Schreiben bereits über den späteren Empfänger reflektierend, versuchte der Schreiber tendenziell, alle äußeren Merkmale auf das Gegenüber abzustimmen: Papierwahl, Format, Schriftbild etc. waren Momente der zu eröffnenden Kommunikation, die nicht dem Zufall überlassen wurden. Respekt dem anderen gegenüber auch in den äußeren Bestandteilen eines Briefes war eine, vielleicht die wichtigste Bedingung des Gelingens von durch Schrift vermitteltem Austausch. An die Stelle jenes Respekts tritt heute nicht selten die bekennende Ahnungslosigkeit …

» TxtJobBlog
» Schrift und Charakter: TOFU

First give - and then take

Unter diesem Motto hat einmal sehr treffend einer der Internetpioniere in Deutschland das Prinzip der (Online-)Netzwerke zusammengefasst.

Auch ich habe schon oft festgestellt, dass das Engagement in verschiedenen Online-Communities auf Dauer mehr bringt als sich in Stundenlohn für die in die Gemeinschaft hineingegebene Hilfe ausrechnen läßt.
Deswegen bin ich auch in verschiedenen Netzwerken aktiv.

Ich weiß auch, dass eine solche Community nach dem Prinzip der Solidargemeinschaft funktioniert: Man gibt dem einen etwas und bekommt an anderer Stelle von jemandem anderen. So ist allen irgendwann einmal geholfen, und da das ganze öffentlich abläuft profitieren auch die, die nur mitlesen.

Trotzdem kann man es auch falschmachen: Die Frage »Kannst Du mir mal eben (…)?« ist eigentlich schon deswegen falsch, weil am Computer - das wissen wir alle - selten etwas »mal eben« geht. Aber das ist gar nicht der Fehler.

Komisch wird das ganze erst, wenn jemand verspricht, kistenweise Bier oder andere Gaben als Dankeschön zu schicken, beim Verweis auf den leicht zu findenden Amazon-Wunschzettel verspricht, dort etwas tolles auszusuchen und dann für die nächsten Monate auf allen bekannten Kommunikationskanälen verstummt.

Bitte nicht falschverstehen: Wie gesagt habe ich das Prinzip der Communities verstanden und auch verinnerlicht. Ich helfe gerne einmal. Und auch mehrfach.
Aber wenn man eh nicht vorhat, sich zu bedanken, sollte man es nicht wiederholt versprechen. Da bleibt ein komischer Nachgeschmack.

» Auch netzwerken? Kommen Sie zu XING!
» Mein Profil bei XING.

Gutes Design - schlechtes Design

Markus Stefan macht sich in seinem Blog Gedanken über die Frage, woraus schlechtes Design resultiert.
Neben einigen meiner Meinung nach recht passenden Kategorisierungen verschiedener Designertypen kommt er zu dem durchaus nachvollziehbaren Schluß, dass schlechtes Design hauptsächlich durch Desinteresse verursacht wird.

» Woraus resultiert schlechtes Design?

Allerdings beschränkt Markus sich sehr auf den grafischen Aspekt - gerade im Internet sollte man aber nicht vergessen, dass Webdesign auch und gerade User-Interface-Design ist.
Durch die mögliche Interaktivität muß eine Website viel stärker auch die Benutzung durch den Besucher im Auge haben als zum Beispiel ein Druckerzeugnis; dort ist der Leser (= der Benutzer) normalerweise an die Bedienungstechniken (= aufschlagen, lesen, blättern, …) fast sein Leben lang gewöhnt.
Die Bedienung einer Website wird allerdings - ob durch die Vorgaben des Corporate Designs oder die Vorstellungen des Designers bedingt fast jedesmal neu erfunden; gerade deshalb ist hier erhöhte Aufmerksamkeit nötig.

Natürlich muß eine Website »gut aussehen«, muß den Anforderungen an gutes Grafikdesign entsprechen. Die Verwendung stimmiger Farbwelten, eines Rasters sowie passender Schriften sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

Darüber hinaus muss eine Website dem Benutzer aber auch eine Bedienoberfläche bieten. Er muss Links finden, die ihm ermöglichen, jederzeit aus dem Überblick zu einem gewünschten Inhalt und auch wieder zurück zu springen.

Und neben diesen Bedienelementen, die der User vorfinden und verstehen muß, bietet eine gute Web-Gestaltung dem Besucher auch noch eine Orientierung darüber, wie die Site aufgebaut ist und an welcher Stelle eines wie großen Angebotes er sich gerade befindet.
Denn während man zum Beispiel bei einem Buch wortwörtlich in den Fingern spürt, an welcher Stelle im Buch man sich befindet sieht man bei der Website erst nur die einzelne Seite.
Eine gute Web-Gestaltung gibt dem Besucher dabei trotzdem ein Gefühl dafür, ob und wie viel er außer dieser einen Seite noch erwarten kann.

Diese Gestaltung geht natürlich über den grafischen Bereich hinaus - und kann auch Auswirkungen auf die Struktur einer Website haben.
Eine gute strukturelle Planung - und die grafische Abbildung - einer Website hilft dem Besucher, sich zu orientieren, schnell zu finden, was er sucht und somit mit der Website positive Erfahrungen zu machen.

Im Idealfall ist der Webdesigner also bei der Planung der Inhalte involviert - in der Realität bekommt er zwar meist eine fertige Excel-Datei oder eine aufwändige Flow-Chart - aber um ein gutes Ergebnis zu erreichen, sollte diese Struktur in der Planungsphase noch zu ändern sein.

12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637