Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Gerne unterschätzt: Formulare

»Kannst Du da noch schnell ein Formular einbauen?« ist eine Frage, die mir natürlich öfter gestellt wird.
Und spätestens, wenn das Formular über ein schlichtes Kontaktformular mit den drei Feldern für Name, eMail -Adresse und Nachricht hinausgeht, müsste ich eigentlich sagen: » Nein, nicht „noch schnell” - aber natürlich gerne!«

Natürlich ist eine Formularseite schnell geschrieben - aber das Script dahinter, das braucht seine Zeit.

Für den Besucher der Website ist ein Kontakt- oder Anfrageformular oft die einzige Möglichkeit, aktiv mit dem Anbieter der Website in Kontakt zu treten.
Auf der anderen Seite - beim Websitebetreiber - sind diese Formulare hart umkämpftes Gebiet:
Die Marketingabteilung möchte gerne so viel wie möglich über den Besucher erfahren und will am liebsten eine einfache eMail-Möglichkeit zum Umfrage-Tool erweitern. Und den Besucher bei der Gelegenheit mittels vieler Pflichtfelder gründlich kennenlernen.
Die Rechtsabteilung warnt vor unvorhersehbaren Folgen und möchte sich mit vielen Disclaimern und Datenschutzerklärungen absichern.
Bei der Bestellannahme möchte man am liebsten nach Abteilungen sortierte, normierte und maschinenlesbare Daten geschickt bekommen, um so wenig Arbeit wie möglich mit den ankommenden eMails zu haben.
Und IT- und Rechtsabteilung sorgen sich gemeinsam darum, dass das Formular zum Versand von Spam missbraucht wird.

Und der Besucher: Der hat doch einfach nur eine Frage.

Aus der eigenen Erfahrung als Internet-Benutzer sind wir uns sicher einig:
Ewig lange Formulare sind abschreckend.
Welche, die uns zwingen, unsere Wochenend-Telephonnummer noch anzugeben, um die kostenlose und unverbindliche Broschüre zu bestellen noch mehr. Dabei kann man sich mit ein wenig gesundem Menschenverstand doch eh ausmalen, wie viele dieser erzwungenen Pflichtangaben der Wahrheit entsprechen.

Und wenn ein Formular nach dem dritten Versuch, es abzuschicken immer noch mit einem lapidaren »Sie haben ungültige Daten eingegeben« zum Raten auffordert, wo man denn jetzt was für ein Zeichen löschen muß, dann ist die Chance recht gering, dass man es tatsächlich auch noch ein viertes Mal versucht.

Und deswegen kann man ein Formular nur selten »mal schnell« programmieren.
Denn zu einem Formular gehört die Überlegung, was der Besucher möchte, wie man ihn dort am schnellsten hinbringt, wie man ihm Fehler so erklärt, dass er es versteht (oder sie am besten erst gar nicht macht) und wie er sofort das erste Feedback bekommt, das ihn mit dem zufriedenen Gefühl hinterläßt, nicht nur Worte irgendwohin getippt, sondern eine Nachricht an einen Menschen geschickt zu haben.

Merci.

Als ich 1998 begann, die ersten Html-Zeilen selbst zu schreiben und nicht mehr dem Netscape Composer das Aussehen meiner Websites zu überlassen, da war er schon eine feste Größe: Stefan Münz.

Jahrelang hat er - quasi im Alleingang - das Standardwerk zu Html und artverwandten Sprachen geschrieben, veröffentlicht und betreut: Selfhtml.
Erst vor kurzem ging das Werk inklusive des drumherum entstanden Self-Raumes mit Forum und Blog an eine Gruppe von Entwicklern über.

Und jetzt verlässt er das Projekt.
Wahrscheinlich wird es mehrere Versionen über seinen Weggang geben und die Zukunft von SelfHTML scheint unsicher.
Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen.

Ich möchte mich an dieser Stelle einfach nur bedanken.
Danke, Stefan. Ohne Deine Arbeit wäre ich jetzt vielleicht nicht hier.

» SelfHTML Weblog: Krise und Zukunft des SELFHTML-Projektes
» SelfHTML-Gründer Münz kehrt seinem Projekt den Rücken

So geht es auch

Nur ein kleiner Moment zwischendurch - so kann man auch reagieren, wenn man seine Fotos auf anderer Leute Website findet.

So viel souveräne Gelassenheit wünschen wir uns doch überall.

Impressumsanangaben in eMails

Ich schicke Ihnen das dann in 72dpi

Grafiker, vor allem Print-Grafiker, mit denen ich zusammenarbeite machen sich wenn sie mir Grafiken schicken gerne die Mühe, alle Grafiken, Bilder, Fotos auf die Auflösung von 72dpi herunterzurechnen, wenn sie sie mir schicken.
Und auch sonst stößt man im Gespräch gerne einmal auf die Behauptung, dass im Internet Grafiken ja nur mit 72dpi vorlägen.

Leider nehmen mir so kleingerechnete Bilder jede Möglichkeit, auch nur noch die kleinste Korrektur vorzunehmen. Und da - entgegen einem sehr verbreiteten Aberglauben - im Internet gar nicht nur Bilder mit 72dpi benutzt werden können, sondern die Auflösung völlig egal ist habe ich in einem Forum bereits einen längeren Artikel dazu geschrieben.
Und weil in der täglichen Arbeit immer wieder 72dpi-Bilder bei mir ankommen, veröffentliche ich den Artikel jetzt hier noch einmal:

Oft hört man die Aussage, dass man Bilder für die Anzeige am Bildschirm / im Internet mit 72dpi abspeichern könne, um so die Dateigröße klein zu halten.

Hier werden verschiedene Maße in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben.

Wenn ein Bild z.B. die Pixelmaße 800×600 Pixel hat, dann ist es völlig egal, wieviel dpi es hat. Es wird auf dem Bildschirm (in einem Bildanzeigeprogramm oder im Browser*) immer mit 800×600 Pixel angezeigt werden - denn etwas anders als Pixel “kennt” ein Monitor als Größeneinheit nicht.

Ich habe mal ein Foto von mir genommen und in die Größe 800*600 verkleinert.
Dann habe ich es einmal mit 300dpi (aber immer noch 800*600) und einmal mit 3dpi (und 800*600) gespeichert.

Hier sind sie:
www.netz-coaching.de/upload/800×600-300dpi.jpg
www.netz-coaching.de/upload/800×600-3dpi.jpg

Im Browser sind sie gleich groß - der Browser zeigt Pixel an und davon bekommt er 800 in der Breite und 600 in der Höhe. Alles andere ist dem Bildschirm egal, alles andere kann er nicht.
Auch die Dateigröße ist identisch - es sind ja auch exakt gleich viele Pixel (ich habe auch beide jpgs mit der gleichen Kompression gespeichert).

*) Wenn man diese Bilder speichert und in einem Programm, dass mit dpi-Angaben umgehen kann anzeigt und ausdrucken will (Word kann es nicht, gibt sich aber Mühe; Corel, Quark, Photoshop, InDesign, RagTime PSP, … können es) sieht man erst einen Unterschied.
Der kommt aber daher, dass diese Programm berechnen, wie groß das Bild sein wird, wenn man es ausdruckt - d.h., die Programme ändern bereits etwas an der Darstellung.
Browser oder Viewer tun das nicht.

Auch wenn man sich (unter Windows) die Dateieigenschaften anzeigen läßt und sich die erweiterten Dateininfos zeigen läßt sieht man dort die horizontale und vertikale Auflösung aufgeführt.

Aber es ist eben eine Meta-Information - für den Druck sicher eine der wichtigsten, aber keine, die am Bildschirm angezeigt wird.

Weitere Infos gibt es - natürlich - in der Wikipedia und bei Gerrit van Aaken.

» Wikipedia
» Der 72dpi-Mythos von Gerrit van Aaken

TOFU noch einmal

Vor 5 Tagen schrieb ich noch hier über die Unsitte den gesamten Text beim Beantworten einer eMail einfach in der neuen Mail stehen zu lassen.

Heute bekam ich dann ein wunderbares Beispiel dafür, wozu dieses Unsitte führen kann:

Ich bekam eine eMail eines Kunden mit einer kleinen Anfrage, nichts besonders eigentlich.
Beim Kunden hatten sich aber einige Änderungen ergeben und die neuen Mitarbeiter hatten sich offensichlich erst einmal darüber unterhalten, wie die Zusammenarbeit in den letzten Jahren gelaufen war. Auch nichts besonderes.

Besonders war eigentlich nur, dass ich dann zum Schluß eine eMail mit der gesamten Konversation bekam. Ich fand also untereinander:

  • Die Anfrage an mich
  • Die Überlegungen, was alles geändert werden müsse - das ging zwei-, dreimal hin und her.
  • Eine sehr nette Abhandlung darüber, wie die Zusammenarbeit im letzten Jahr so war
  • Die Anfrage, wie denn im letzten Jahr die Zusammenarbeit mit mir so war.

In diesem Fall ist jetzts nichts schlimmes passiert. Keine bösen Worte müssen erklärt werden, keine Firmengeheimnisse wieder versteckt werden.
Aber geplant war das nicht - und es hätte leicht vermieden werden können.

12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637