Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Wie viele Besucher habe ich eigentlich?

Eine Frage, die mir natürlich auch oft gestellt wird. Und wie so oft ist die Antwort nicht ganz so einfach, wie man sich das erhofft - denn die bunten Counter, die man früher auf jeder »Homepage« sah, sind erstens aus gutem Grund quasi verschwunden und waren zweitens eh nie zuverlässig.

Dafür gibt es Statistiken auf dem Server, diverse Auswertungstools dafür und auch externe Dienste, die uns sagen sollen, wie viele Hits, Visits, Sessions, PIs, Besucher die Website hatte und uns dafür tolle Statistik-Kurven zeigen.

Screenshot einer grafischen Darstellung der Besucherzahlen aus GoogleAnalytics

Hits? Visits? Sessions? PIs? Besucher? Was ist das alles?

Jürg Stuker hat einen sehr lesenswerten dreiteiligen Artikel darüber geschrieben und bringt eine Menge Licht ins Dunkel.
Nur eine einfache Antwort, wie viele Besucher jetzt da waren, die kann er auch nicht wirklich liefern; die gibt es nämlich nicht.

Web Statistik: Begriffe, Kennzahlen und Lügen (aka Web Analytics oder Online Business Intelligence)
» Teil 1
» Teil 2
» Teil 3

Outsorcing der IT kann gefährlich sein

Anglizismen

Wenn man über Web 2.0 spricht, dann gehört ein Begriff garantiert dazu: »Tagging«
Alles wird getaggt: Fotos bei flickr, Bookmarks bei del.icio.us, Artikel hier und anderswo im Blog.

Dabei ist Tagging nun wirklich nichts neues - wer irgendwann einmal ein wenig wissenschaftliches Arbeiten gelernt hat, wer einmal in einer Universitätsbibliothek etwas gesucht oder auch wer nur seine Fotos auf der Festplatte mit Hilfe einer Datenbank organisiert hat kennt sie: die Schlagwörter.

Neu ist nur, dass die Tags jetzt öffentlich sind - zusammen mit den Inhalten.
Aber wenn man eh gerade beim erklären ist, kann es einen beruhigenden Anker für den unwissenden Gesprächspartner bedeuten, dass er wenigstens etwas kennt.

Dann wird aus der Tag-Cloud ein Schlagwortverzeichnis - und vielleicht kommen wir später darauf zu sprechen, warum manche Begriffe größer als andere dargestellt sind.

Formular oder nicht Formular - ist das eine Frage?

Screenshot eines eMail-FormularsFrüher hiess der Standardwunsch »Und dann noch ein Kontaktformular bitte!« - inzwischen haben die meisten Menschen, mit denen ich spreche das Gefühl »Das braucht man doch nicht mehr, oder? Es hat doch eh jeder sein Outlook und diese Formulare sind doch eh lästig«

Das liegt natürlich nicht am Formular als solches, sondern an der schlechten Umsetzung.

Formulare werden als lästig empfunden, wenn man zu viele Daten eingeben muss, wenn man keine oder unklare Fehlermeldungen bekommt (darüber schrieb ich ja schon einmal) und wenn man keine vernünftige Rückmeldung bekommt.

Kontaktformulare sind immer dann ungemein praktisch, wenn man gerade nicht am eigenen Computer sitzt - und da gibt es viele Gelegenheiten: Mal eben in der Mittagspause eine eMail ans Reisebüro schreiben, aber die Firmenadresse soll nicht auftauchen? Schnell abends beim Freund eine Frage abschicken, aber natürlich unter der eigenen Adresse? Schnell das Mittagessen nutzen und die spannende Kurzreise im Internetcafe unterbrechen?

Aber - um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen - wo ist das Problem? Nur weil ein Kontaktformular angeboten wird, muss man es als Besucher der Website ja nicht benutzen.
Jeder Besucher, der nach einem Klick auf den obligatorischen Menupunkt »Kontakt« die Auswahl hat, die gewünschte eMail-Adresse anzuklicken oder auf ein vernünftiges Kontaktformular auszuweichen, der kann das doch selber entscheiden.
Wenn er dann eine Kopie der eMail an sich selbst schicken lassen und/oder einen Ausdruck seiner eMail bekommt, hat er auch etwas im eMail-Programm oder in der Hand.
Das kann er dann nach Hause tragen.
Warum sollten wir ihm diese Möglichkeit nehmen?

Noch einmal die Dateinformate

Screenshot der verstümmelten DateinamenQuod erat demonstrandum.
Als fehlte noch der Beweis für die im Artikel Dateiaustausch einfach gemacht formulierten Regeln, kommt doch gerade eine eMail herein, die mich nach dem Auspacken verschiedener ineinander verschachtelter zip- und sit-Archive mit diesen Dateinamen überrascht.

Auch wenn uns unsere modernen Betriebssysteme mit bunten, lustig mit Swoosh-Geräuschen vertonten, sexy bewegten und schicken Schatten versehenen Fensterchen vorzugaukeln, wie einfach alles ist - am Ende müssen doch immer noch Einsen und Nullen durch eine Telefonleitung geschickt werden.
Vergessen wir das nicht.

Eindeutig: Jein!

Das schwierige an der Arbeit am Internet ist manchmal, dass es wenig eindeutige Antworten gibt. Oft gibt es nur Entscheidungen - und die kann man für den Kunden treffen oder man kann ihm helfen, sie selbst zu treffen.

Die erste Möglichkeit ist für den Kunden natürlich erst einmal scheinbar bequemer: Er liefert seine Vorstellungen ab und wenn es Punkte gibt, die sich vielleicht widersprechen und einer Entscheidung bedürfen, dann entscheidet der Webdesigner.

Die zweite Möglichkeit: Der Webdesigner erklärt den Sachverhalt und überläßt dem Kunden die Entscheidung.

 

Nehmen wir einmal ein - vielleicht etwas extremes Beispiel:
Besteht der Kunde zum Beispiel darauf, seine Seite immer bildschirmfüllend, garantiert auf allen Systemen in seiner Hausschrift angezeigt und mit Soundefekten bei jedem Mausklick versehen umgesetzt zu bekommen - dann liegt es nahe, einfach eine große Flash-Datei zu erstellen.
Möchte der Kunde aber auch, dass seine Site »überall gleich« und mit möglichst geringer Ladezeit angezeigt und bei allen Suchmaschinen gut gerankt wird, dann gilt es, eine Entscheidung zu treffen.

Entscheidet sich der Webdesigner, nicht in das vielleicht etwas anstrengende Gespräch zu gehen und erst einmal die klar sichtbaren Wünsche umzusetzen - dann bekommt der Kunde eine Flash-Datei als Website.
Wenn sich die ersten Kunden beschweren, dass die Website langsam lädt, wenn sie in den Suchmaschinen nicht auftaucht und alle Beteiligten es als mühsam empfinden, dass man immer nur auf die Start- und nicht zum Beispiel auf eine Produktseite verweisen kann - dann ist es zu spät. Dann muss nachgebessert oder neu gearbeitet werden - und das ist unzufriedenstellend für alle Beteiligten.

 

Das Beratungsgespräch ist da sicherlich am Anfang etwas anstrengender. Der Kunde hat Wünsche, und der Webdesigner kann sie nicht in der Form erfüllen, weil der eine Wunsch dem anderen widerspricht.
Das Gespräch kippt schnell in technische Einzelheiten, die man nicht wissen kann und nicht wissen muss; vielleicht fühlt sich der Kunde auch verunsichert, weil er - vor allem am Anfang einer Zusammenarbeit - noch nicht einschätzen kann, ob etwas wirklich nicht umsetzbar ist, oder ob der Webdesigner den Aufwand scheut.

Trotzdem favorisiere ich das aufwändigere Gespräch.
Beratung ist nicht immer bequem - aber dafür auf Dauer für alle angenehmer.

12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637