Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Lesetipp: Weißer Raum

Gerade beim Braiblogger Patrick Breitenbach ge- und für sehr wahr be-funden:

Social Media ist wie ein weißer Raum, den jeder nach Belieben individuell bekrakeln und ihm somit eine Bedeutung und Funktion verleiht. Da gibt es diejenigen, die das Web als ihr zweites Wohnzimmer einrichten. [...] Dann gibt es andere, die den Raum umgehend als klassischen Hardsale-Messestand aufbauen [...] Dritte wiederum sehen in dem weißen Raum die Chance die Welt darin neu zu gestalten [...] Noch andere wiederum [...]

» Patrick Breitenbach: Social Media = Weißer Raum 

Digital Strangers?

Luca Hammer, geschätzter WebWorker und -thinker aus Österreich hat drüben in seinem Blog eine nicht gehaltene Keynote veröffentlicht. Er beschreibt den Alltag eines »Digital Residents«, also eines der Menschen, die den alten T-Online-Slogan »ich leb’ online« so viel mehr mit Leben füllen, als es sich die Telekom damals in ihren kühnsten Träumen hätte vorstellen können.

Wunderbar fasst er zusammen, was auch ich immer wieder erkläre, wenn ich gefragt werde, warum ich so viel am Internet sitze. Was es für einen Wert hat, ständig online zu sein. Ein schöner Text, ein guter Text, wie ich finde. Trotzdem schreibt er, er habe die Keynote nicht gehalten. Zu allgemein, zu oft gehört sei sie.

Und natürlich hat er Recht.

Und natürlich hat er nicht Recht.

Warum nicht?
Weil wir alle »hier« eine eingeschränkten Horizont haben. (Das macht nichts, das hat jeder. Und das ist auch heilbar.)

Aber wenn wir die Welt in »Digital Residents« und »Digital  Immigrants« unterteilen, also …

Personen wie mich, also Leute die im Internet zuhause sind und es eigentlich täglich nutzen [und in] die Digital Immigrants. Leute, denen das ganze fremd vor kommt. Sie nutzen es auch, aber bei weitem nicht so intensiv. Sie haben wenig Vertrauen und das Internet macht ihnen etwas Angst. 

… dann vergessen wir die Digital Strangers. Völlig klar, denn die sehen wir ja nicht. »Wir« lesen keine Zeitungen mehr, schauen kein Fernsehen, wir kommunizieren online – also findet offlne-Leben für uns nicht statt. Oder ist etwas aus dem Blickfeld gerutscht.

Aber auch, wenn ich selbst immer wieder gerne die ARD-ZDF-Online-Studie zitiere und mich daran erfreue, dass über zwei Drittel der Deutschen mehr oder minder regelmäßig online sind, dann bedeutet das zum einen, dass eben ein Drittel es nicht ist. Und wie die zwei Drittel das Web nutzen, das wissen wir auch nicht: Wie viele von ihnen Residents und wie viele Immigrants sind. Oder anders: Wie vielen Menschen das hier alles sehr, sehr fremd ist.

Und deswegen merke ich: ich will solche Vorträge halten. Ich will diese Gespräche führen. Ich will aus meinem Leben erzählen, damit Menschen bei dem Wort »Internet« nicht nur an Kriminalität und Angst denken, sondern daran, wie sehr das Web das Leben vereinfacht.
Mal sehen, wie ich das (noch mehr) machen kann.

Ps.: Ich sitze übrigens gerade in einer fremden Stadt in einem fremden Cafe und warte auf einen Termin. Dank Internet habe ich diese Cafe gefunden, dank Internet spreche ich gerade nebenbei mit einem Kollegen und kann Zeitungen, Blogs, facebook, Feeds und all das lesen. Und darüber schreiben. That‘s why I like it so much.

Abmahnung für Herrn Noreply

Natürlich ist es immer wieder halbwegs unterhaltsam, über Menschen, die dieses Web hier oder auch ihre Computer nicht verstanden haben zu lachen. Ungefähr genauso unterhaltsam, wie über Menschen zu lachen, die nicht einparken können. Und genau so niveauvoll.

Denn das hilft uns allen nicht weiter.

Im Rahmen meiner Arbeit beim Mendener Magazin habe ich im Moment viel mit Menschen zu tun, denen ich erst einmal eine höhere Medien- und Computerkompetenz zugetraut hätte. Pressesprecher zum Beispiel sollten meiner Meinung nach ein Grundwissen darüber haben, was für Dateien sie in die Welt hinausschicken. Der Alltag beweist das Gegenteil und beschert mir Dateien mit händisch eingefügten Zeilenschaltungen oder Word-Dateien, die ich Dank Briefkopf und eingescannter Unterschrift direkt mit neuem Inhalt weiter verwenden könnte. Wenn ich es wollte.
Und auch die Bitte, den Kollegen "nopreply" darauf hinzuweisen, dass ein Fehler im automatisierten Newsletter war regt erst einmal zum Schmunzeln an.

Aber wie geagt: Es wäre billig, sich wirklich darüber lustig zu machen.

Interessanter ist es doch, an solchen Situationen abzugleichen, wie weit die Spanne der Fähigkeiten beim Benutzen vom Computern ist.
Noch einmal zu reflektieren, von was für Voraussetzungen man bei der Konzeption einer Website ausgehen kann - und von welchen nicht.
Und am Ende zu dem Schluss zu kommen, dass wir auch im Jahr 17 nach Erfindung des World Wide Web nicht davon ausgehen können, dass alle den Rechner so virtuos bedienen wie wir. Oder auch nur halb so virtuos.

X3: Buugle - was Google kann können wir schon lange!

Deutschland im Jahre 2010. Die Datenkrake „Google" kündigt ihren neuen Dienst „Google Steetview" an. Medien, Bürger und Politiker laufen Sturm. In einem bisher unbekanntem Maß wird die Privatssphäre unbescholtener Bürger durch das Datensammelmonster „Google" verletzt.

Doch haben sie in der Eile ein ganz anderes Projekt völlig aus den Augen verloren. Denn seit einiger Zeit arbeitet die Bundesregierung, ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, an einem eigenen System zum Abbau der lästigen Privatssphäre: Buugle.

Buugle - was Google kann können wir schon lange!

Idee, Grafik, Animation, Soundeffekte: Alexander Lehmann
Stimme, Aufnahme: Ernst Walter Siemon
Redaktion: extra3

Hintergrundinfos und Belege gibt es bei YouTube. (Auf den kleinen Doppelpfeil neben »Deutschland im Jahre 2010. Die Datenkrake „Google" kündigt ihren neuen D...« klicken)

Wenn Du etwas im Internet suchst ...

... macht es einen Beobachter manchmal wahnsinnig.

Nicht wirklich schön gezeichnet aber manchmal leider wahr:

 

Vorschau. Mehr nach dem Klick.
(anklicken und weiterlesen)

»Manchmal ist Print die Lösung«

12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637