Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Was suchen Sie denn hier? (#2)

Zum zweiten Mal ein Versuch, die häufigsten Suchanfragen direkt zu beantworten. (Teil eins ist hier zu finden)
  • freie bilder jpg
    Freie Bilder gibt es an verschiedenen Stellen im Internet - hier habe ich ein paar aufgelistet.
  • standardschriften web
    Manuel Bieh hat da mal eine kleine Umfrage durchgeführt - die Ergebnisse sind hier zu finden. Es empfiehlt sich also, aus den wenigen Schriften die weit oben stehen auszuwählen - alles andere wird nicht angezeigt.
  • blinde deutsche sängerin
    Suchen Sie Joana Zimmer? Die finden Sie hier.
  • wie werde ich webdesigner
    Inzwischen bietet sich da wohl eine Ausbildung als Mediengestalter an. Es gibt natürlich - da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist - auch der weg als Quereinsteiger an, aber eine Ausbildung kann ja nicht schaden. Wobei diese Ausbildung auch nicht unumstritten ist.
  • warum werde ich webdesigner
    Das kann ich Ihnen nicht sagen. Vermutlich, weil Sie eine tiefe Liebe zu diesem wunderbaren Medium empfinden, weil Sie gestalterisch was drauf haben und ein Verständnis für Programmiersprachen und Computer-Logik mitbringen. Weil Sie Vernetzung und Hypertext begriffen haben und weil Sie wenig Schlaf brauchen, sich den Rücken und die Augen kaputt machen wollen. So in der Art wars bei mir jedenfalls.
  • wie speichert man eine grafik in 72 dpi
    Warum möchten Sie das tun?
  • vortrag was ist barrierefreies webdesign
    Da kann ich Ihnen Jan Eric Hellbusch empfehlen. Der hält solche Vorträge - und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Er macht es gut.

So das waren die häufigsten Suchanfragen des letzten Monats - und ich hoffe, ich konnte helfen.

Aus “man spricht deutsch” wird “man schützt…” Will man das?

Neben der gestern hier erfreut begrüßten Erweiterung der angebotenen Sprachen bei flickr hat man nebenbei noch anderes geändert: flickr - das ja schon länger Yahoo gehört - “schützt” seine Besucher in verschiedenen Ländern vor verschiedenen Bildern. Oder anders ausgedrückt: es zeigt sie einfach nicht an. Dazu nutzt flickr die Einstufungen, die flickr-Nutzer ihren Bildern geben mussten.

Wer seine Bilder nicht oder nicht vollständig klassifiziert oder nach Flickrs Ansicht mit der Klassifizierung danebenliegt, riskiert, dass Flickr den kompletten Account – und damit alle Bilder – als mittel oder eingeschränkt einordnet.

(heise)

Außerdem wird dazu die Yahoo-ID verwendet, die man braucht, um sich dort anzumelden. Wer das Glück(?) hatte, beim Anlegen seines Yahoo-Accounts in den USA gelebt zu haben, der darf weiter alles sehen, wer das Pech hatte in Deutschland zu leben, der sieht ab jetzt weniger.

Vorangegangen war eine Abstimmung der Yahoo-Aktionärsversammlung, die zwei Anträge abgelehnt hat

die das Unternehmen zu mehr menschenrechtlichem Engagement antreiben sollten. Die von Amnesty International unterstützten Anträge verlangten zum einen Widerstand gegen Zensurbestrebungen in Ländern wie China und zum anderen die Installation eines firmeninternen Kommitees für Menschenrechte.

(heise)

Und wenn man sieht, was in den Blogs los ist, dann beweist sich: jeder ist sich selbst der nächste und China war und ist weit weg.

7 verlinken meist wegen der aktuellen Debatte die Ursache. Bislang 31 die Wirkung.

(Blogbar)

Tja, Segen des weltweiten Netzes oder Fluch der Globalisierung - Yahoo hat uns mit dieser Aktion China und die dortigen Zensurprobleme gefühlt näher gebracht, als sich mancher hätte vorstellen können.

Dabei filtert z.B. Google schon länger seine Suchergebnisse nach Ausgabeland.
Aber da ging es soweit ich mich erinnere auch nie um Brüste.

Man spricht deutsch

Screenshot flickrSchon Anfang des Jahres ging es hier kurz darum, ob die neuen Dienste im Internet - gerne unter dem Begriff »Web 2.0« zusammengefasst nur für die technikverliebten Geeks oder auch für die Allgemeinheit neutzbar sind.

Ein meiner Meinung nach ganz wesentliches Problem dabei ist zumindest hierzulande die meist englischsprachige Benutzerführung der Dienste.
Wer sich täglich mit großer Selbstverständlichkeit durch die Weiten des World Wide Web bewegt, der hat sich vermutlich schon länger daran gewöhnt - das Web spricht englisch. Zumindest an vielen Stellen.

Aber nicht jeder Benutzer spricht englisch. Und spätestens, wenn man seine Adresse oder sogar seine Kreditkartendaten einer Website anvertrauen soll, dann möchte man doch wirklich und sicher verstehen, was dort steht.
Langer Rede, kurzer Sinn: flickr spricht jetzt deutsch. Und einige andere Sprachen. Das macht einiges leichter.

Journalismus im Internet

AltpapierstapelIn den vergangenen Jahren hat sich viel geändert, in der Presselandschaft. Das ist zwar ein Allgemeinplatz, aber trotzdem herrscht immer noch die strenge Regel, nicht über zurückgehende Verkaufs- und Abonentenzahlen zu sprechen, sondern regelmäßig die Erfolge der offline- und online-Publikationen zu feiern.

Steffen Range und Roland Schweins haben im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie zum Thema »Wie das Web den Journalismus verändert« verfasst und kommen unter anderem zu dem Ergebnis:

Die wenigsten Klicks der verlegerischen Sites gehen auf redaktionelle Inhalte zurück. Die meisten Portale und wohl auch Zeitungen generieren nicht einmal ein Fünftel ihrer Zugriffe aus originären redaktionellen Texten.

Wenn man an eigene Lese-Erfahrungen bei den online-Ablegern der großen Zeitungen denkt, ist das schnell zu verstehen: Man klickt sich ja gerne noch fix 15 Seiten durch eine Bildergalerie, nachdem man den auf 5 Seiten gestreckten Artikel gelesen hat. Aber jeder dieser Klicks wird gezählt und wenig später auch gefeiert.

Wer jetzt den großen Moment des Grass-Root-Journalismus sieht, wird jedoch auch erst einmal enttäuscht:

Auch das Schreiben von Weblogs kann kaum als neues Format, sondern eher als Verzicht auf journalistische Stilformen angesehen werden.

Also: Quo vadis, online-Journalismus?

Die komplette Studie kann als PDF (2,2MB) hier heruntergeladen werden.

»Das Elend des Online-Journalismus: Klicks, Quoten, Reizwörter« via Robert Basic bei sommergut.de gefunden, Foto unter CC-Lizenz von chaosinjune bei flickr.

Medienkompetenz beim Konsumieren im Web 2.0

Crazy KidBei meinem letzten Vortrag zum Thema »Web 2.0« drehten sich die meisten Nachfragen nicht um technische Themen, sondern um den Umgang der Menschen mit den Diensten, die unter diesem Schlagwort firmieren.
Zum einen ging es natürlich darum, warum Menschen sich in irgendeiner Form im Internet einbringen möchten.
Zum anderen aber auch viel darum, wo der einzelne seine Grenze zieht, wie weit er sich im Internet darstellen möchte, wie viel Content er also generaten möchte (man verzeihe mir bitte diese kleine Vergewaltigung der Sprache) und ob und was für Folgen das im »echten leben« haben kann.

Die Qualitätsfrage: erst einmal irrelevant
Je nach Einstellung kann man das, was man an Bildern bei flickr und Co., und an Videos bei YouTube findet, entweder begeistert als die individuelle Ausdrucksform des einzelnen oder aber auch als belanglosen Müll ansehen. Aber darum soll es hier gerade nicht gehen.

Screenshot WayBack-Machine unter www.archive.orgDas Internet vergisst nichts.
Wenn man sich in den gängigen Portalen umsieht stellt man sich oft die Frage, ob diejenigen, die dort ihre Urlaubsvideos oder Szenen aus dem Alltag zur Schau stellen auch noch in fünf oder zehn Jahren mit diesen Szenen in Verbindung gebracht werden möchten. Und auch in den Studentenportalen sind nicht alle nur auf der Suche nach später geschäftlich nützlichen Kontakten.

 

Screenshot Google-Eingabe zur Suche nach Max MustermannDer generierte Content begegnet einem oft zweimal
Schon jetzt suchen Personalchefs ganz selbstverständlich erst einmal bei Google und in den »social Networks«, ob sie nicht etwas finden, mit dem sie den Bewerber im Gespräch erst einmal konfrontieren. Vielleicht gibt es ja Drogenprahlereien aus dem letzten Ibiza-Urlaub, oder Sprüche unter der Gürtellinie, die in einer hitzigen Diskussion nachts um zwölf leichter in die Tastatur und irgendein Web-Forum flossen, als man sie bei wachem Kopf sagen würde.
(Wer es einmal ausprobieren möchte, kann ja seinen Namen und auch ein paar verwendete eMail-Adressen bei Google eingeben. Oft tauchen da Dinge auf, die man selbst nicht mehr wusste.)

Kompetenz beim erstellen
So bedarf es also einer gewissen Kompetenz im Umgang mit den neuen Möglichkeiten. Man muss wissen, dass das Internet nichts vergisst und muss versuchen abzuschätzen, zu welchen Äußerungen man auch Jahre später noch stehen kann.

 

Das Bluetooth-IconDas böse Internet?
Aber ist - wie man so oft hört - »das Internet«, sind die neuen Möglichkeiten schuld daran, dass Menschen sich ausprobieren und Dinge tun, die nichts mit dem Berufsleben zu tun haben und die auch den Chef nichts angehen?
Dank Handykameras und schneller Internetzugänge, dank Web 2.0 aber auch dank Bluetooth und der Möglichkeit, Filme blitzschnell über alle Handys einer Schulklasse zu verbreiten sind die Zeugnisse davon zwar heute schneller verbreitet als noch vor wenigen Jahren. Und dank Google-Cache und der WayBack Machine kann man vieles davon auch noch länger im Internet finden, als man vermutet hätte. Oder man sieht sich selbst auf einmal bei einer der unzähligen Shows, die »das beste aus dem Internet« präsentieren.
Aber daran ist ja nicht das Medium schuld, sondern - wenn es überhaupt um eine Schuldfrage geht - die User.

 

Kompetenz beim Konsumieren
Deswegen gehört genau so gut die Kompetenz derjenigen dazu, die Filme oder Beiträge vorfinden.
Hat deswegen auf einmal jeder, der diese Inhalte sieht das Recht, sie in sein Bild der betroffenen Personen mit ein zu beziehen? Hat ein Personalchef das Recht, seine Bewertung eines Angestellten, der seit mehreren Jahren gut und zuverlässig arbeitet zu ändern, weil er auf einmal ein Video davon gesehen hat, was sein Angestellter in den zwei Wochen Sommerurlaub tut?
Was sagt es über das Verhältnis zwischen Chef und Angestellten aus, wenn er das Urlaubsfilmchen, das er bei MyVideo oder sonstwo im Internet gefunden hat nicht lächelnd übergeht, sondern gegen seinen (zukünftigen) Angestellten benutzen will?

Jeder normal denkende Mensch sollte da schon unterscheiden können - und den Unterschied zwischen einem Urlaubsspass, einem lustigen Lipsync-Video oder zum Beispiel der gefilmten Vorbereitung einer kriminellen Aktion verstehen und einordnen können.

Auch das ist nämlich Medienkompetenz. Und da wir - egal wie wir dazu stehen - in einer Zeit leben, in der sich jeder so gut oder schlecht er kann weltweit präsentieren kann eine dringend nötige.

Warum ich gerne alleine arbeite

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